Opfer

Aussprache: adh-ha
arabisch: قربان, الأضحى
persisch: قربان
englisch: Sacrifice

Bild: Opferung eines Schafs in den Opferstätten des Grabes von Abu Ayyub Ansari in Istanbul 2007

Ein Opfer ist eine gottesdienstliche Handlung eines Menschen und besteht in der Regel im Darbringen eines wertvollen Guts an Gott. Da Gott allerdings jenes geopferten Guts nicht bedarf, wird es stellvertretend an Arme und Bedürftige übergeben. Ein Opfer muss aber nicht materieller Art sein.

Der entscheidende Charakter des Opfers besteht darin, dass sich der Mensch von etwas Geliebten freiwillig trennt, um damit die Liebe zu Gott zu steigern, da sich sonst jene Liebe zu Materiellem zu einem Hindernis für die Liebe zu Gott entwickeln kann. Als bekanntestes Opfer im Islam gilt das Fleischopfer eines Opfertieres in Anlehnung an das Opferfest [id-ul-adha] und in Gedenken an Abraham (a.) und Ismael (a.).

Während das Opfern als Bestandteil der Pilgerfahrt [hadsch] zu den religiösen Verpflichtungen [wadschib] gehört, erfolgt es ansonsten freiwillig. Der Charakter des Opfers kann dabei sehr unterschiedlich sein, wie z.B. ein Opfer aus Dankbarkeit, für ein Gelübde [nadhr], zur Untermauerung eines Bittgebets oder zur Lobpreisung.

Die hohe Bedeutung des Opfers und der damit verbundenen Absicht [niyya] wird auch dadurch deutlich, dass die gesamte Menschheitsgeschichte nach Adam (a.) mit den Opfern von Abel und Kain beginnt, wobei das eine Opfer angenommen wird und das andere nicht (vgl. Heiliger Qur'an 5:27).

Die Ereignisse um Abraham (a.) und Ismael (a.) zum Opferfest [id-ul-adha] sind im Heiligen Qur'an in den Versen ab 37:100 beschrieben. Darin heißt es dann, dass die Opferbereitschaft Abrahams (a.) "eingelöst" würde durch ein gewaltiges bzw. sehr großes Opfer [zabtin athiym] (vgl. 37:107). Daher argumentieren Ausleger [mufassir] der Dschafariten, dass es sich bei dem Opfer um etwas "Größeres" gehandelt haben muss als Ismael (a.), so dass ein Tier nicht gemeint sein kann. Manche verweisen darauf, dass Abraham (a.) bereits Kenntnis von Aschura erhalten hat, dessen genau einen Monat im Anschluss, also am 10. Muharram, gedacht wird.